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09.09.2012
28. Nibelungen-Triathlon

Jeantex Transalp 2006

Am Samstag, dem 24.06. haben wir uns aufgemacht nach Oberammergau. Wir sind morgens um 04:00 Uhr gefahren, da wir den Ferienverkehr in Richtung Süden fürchteten. Wir kamen jedoch hervorragend durch und waren bereits am frühen Nachmittag in Oberammergau.
Im Hotel einquartiert, machten wir uns auf zur Akkreditierung in Oberammergau.
Hier bekamen wir sofort den Eindruck, dass es sich um eine absolut perfekte Veranstaltung handelt. Abends bei der Pastaparty wurde mit allen Teilnehmern das Spiel Deutschland - Schweden angeschaut, anschließend wurde uns beim Briefing ein Vorgeschmack auf die Tour gegeben.
Die Stimmung war toll und voller Erwartung.

Pastaparty in Oberammergau

Sonntag 25.06.

Gert beim Start in Oberammergau

An diesem Tag hatten wir die erste Etappe vor uns, es ging von Oberammergau nach Sölden über eine Strecke von 141,61 km. Die Etappe galt mit ihren 2440 m als eine der leichten, so wurde diese bei Briefing auch benannt.
Um 10:00 ging es los und die 1.100 Teilnehmer setzten sich in einem Höllentempo in Bewegung. Die ersten 70 km liefen super und man freute sich auf den Tag. Nach den 70 km kam dann der erste, ernst zunehmende Berg. Hahntenjoch 1894 m, ein Anstieg von ca.15 km, davon waren die letzten 5 km mit einer Steigung von ca. 15 %, so dass wir der Meinung waren, die Berge dürfen nicht steiler werden. Hier wurde uns zum ersten Mal bewusst, was für eine Quälerei uns noch bevor steht. Nach einer steilen Abfahrt von 20 km ging es 35 km stetig bergauf nach Sölden. Leichte Etappe? Was soll das noch werden!


Montag 26.06.

Auf dem Jaufenpass

Diese Etappe ging von Sölden nach Brixen über 126 km und 3216 HM .
Um 9:00 gestartet, wurde von uns das Dach der Tour in Angriff genommen .Ein erster Aufstieg von 25 Km war zu bewältigen auf das 2509 m hohe Timmelsjoch . Der Aufstieg war OK und vor dem Gipfel fuhren wir an meterhohen Schneewänden vorbei, toll. Nach einer Abfahrt von 30 km hinunter auf ca. 600 m, mussten wir an diesem Tag noch einmal mit dem Jaufenpass einen 2000er bezwingen ( 2094m) . Der war wieder einer von der Kategorie steil. Hier waren etliche Rampen mit über 15 %. Gert war an diesem Tag moralisch ein bisschen angeschlagen. Kurz vor Brixen hat der Veranstalter noch eine kleine Hürde eingebaut die uns nicht gerade aufgebaut hat . Aber irgend wann kamen wir dann doch ins Ziel.


Dienstag 27.06.

Gert oben auf dem Würzjoch

Dies eine "kurze" Etappe von "nur" 90,7 km mit 3.180 HM von Brixen nach St. Vigil. Wieder wie in den folgenden Tagen ging es um 9:00 Uhr los. Der längste Anstieg mit 35 km zum Würzjoch auf 1.991 m stand bevor, nicht sehr steil aber unendlich lang. An diesem Tag hatte Gert seinen schwarzen Tag und es erforderte einige Überredung, dass er weiter fuhr. Nach weiteren 30 km Abfahrt beschloss Gert, den direkten Weg nach St. Vigil zu nehmen da er völlig kaputt war. Das Regelement erlaubte dies einmalig, man wurde mit einer Zeitstrafe versehen, dies war jedoch für uns nicht relevant, da unser Motto hieß, heil in Riva ankommen und nicht zu gewinnen. Ich fuhr die Etappe zu Ende und musste dabei noch den steilsten Pass der ganzen Tour überwinden, den Furkelpass. "Nur" 1.737 m hoch aber die letzten 3 km mit einer Steigung von 19 %. Ich habe meine 39- 27 mehr als verflucht. Bei einer Geschwindigkeit von 5 km lässt sich eine solche Übersetzung nicht wirklich gut treten. Bei der steilen Abfahrt nach St. Vigil wurde mir schon ein wenig mulmig. Abfahrten mit über 15% Gefälle sind definitiv nicht mein Ding.

 

Mittwoch 28.06.

Auf dem Passo Glau ,einfach toll !

An diesem Tag stand die "Königsetappe " an - 120,8 Km bei 3.481 HM von St. Vigil nach Wolkenstein.
Morgens hatte es geregnet, aber beim Start war es wieder trocken. Beim Aufstieg zum Passo Valparola ca. 2.200 m wurden wir dann das erste Mal mit einem plötzlichen Wetterumschwung in den Alpen konfrontiert. Oben zog ein Gewitter mit Sturm und starken Regen auf. Bei der Abfahrt wurde das Wetter aber wieder besser und der Rest der Etappe lief trotz der noch 5 Pässe ganz gut. Gert hatte sich auch gut erholt und ging mit einer ganz neuen Moral in diesen Tag.

Donnerstag 29.06.

Wolkenstein

Diese Etappe ging über ca. 121 km von Wolkenstein nach Alleghe. Nach der Königsetappe sollte dies ein Klacks werden aber es kam alles ganz anders!
Wolkenstein machte seinen Namen alle Ehre, wir starten im strömenden Regen. Nach 12 km Aufstieg zum Sellerjoch auf 2.200 m wurde dies auch nicht besser. Bei 6 Grad und strömendem Regen ging es in die erste Abfahrt. Hierbei stellte ich wieder fest, dass Abfahren im Regen wirklich nicht toll ist. Als zweiten Berg mussten wir auf den Passo Fedala - die Möglichkeit, sich ein wenig aufzuwärmen. Oben angekommen - weiter strömender Regen, kalt - das machte alles nicht wirklich Spaß. Jetzt kam für mich der schlimmste Moment der ganzen Tour. Bei der Abfahrt schaute ich hinunter auf eine ca. 1,5 km lange Gerade mit einem Gefälle von 19% mit anschließender Serpentinenstraße. Mein Gedanke war: Hier können die uns bei diesem Wetter doch nicht herunterschicken! Ich fuhr, wie übrigens viele Teilnehmer, langsamer herunter, als den Berg hinauf. Die Bremse voll im Anschlag und mit einer gehörigen Portion Schiss. Der Regen ging auch auf dem Passo Staufanza weiter. Der Höhepunkt des Tages war dann ein schweres Gewitter beim Aufstieg zum Passo Duran. Die Blitze flogen einem hier nur so um die Ohren und man stellte sich die Frage ob dies hier alles noch Sinn macht. Soll ich mich unterstellen und das Gewitter abwarten und eine Lungenentzündung holen, oder schnellstmöglich durchfahren in der Hoffnung, nicht vom Blitz getroffen zu werden. Wir haben uns fürs Weiterfahren entschieden. Ob dies richtig war mag dahingestellt sein. Jetzt kam noch die Abfahrt vom Passo Duran, 12 km mit 15% Gefälle. Hier wurde die Technik mehr als genug in Anspruch genommen. Die Bremsen wurden so belastet, dass bei Gert anschließend die Hinterbremse runter war. Ich persönlich brauche eine solche Abfahrt im Regen wirklich nicht mehr. Nach der Abfahrt taten wir uns in einer guten Gruppe zusammen, um gemeinsam ins Ziel zu fahren.


Freitag 30.06.

Auf dem Passo di San Pelleggrino ( Der Giro lässt grüßen!)


Die Etappe ging von Alleghe nach Kaltern über 115,4 km und 2.917 HM.
Morgens schien die Sonne und von Regen und Gewitter nichts mehr zu sehen. Was kann heute schon noch passieren. Bei mir spielte das Knie nicht richtig mit und ich habe mir von der Ärztin eine Salbe auftragen lassen. Jetzt bloß keine Probleme auf den letzten Etappen! Jetzt sind wir soweit gekommen und wollen jetzt auch in Riva ankommen. Mit den Passo di San Pellegrino, Karenpass und Deutschnofen standen die letzten hohen Alpenpässe an und wir verlassen so langsam die Dolomiten. Die Abfahrten werden wieder flacher und machen auch wieder Riesenspaß. Kurz vor Kaltern hat die Natur noch den Coyotenpass gesetzt. In Italien sagt man, dass jeder Radfahrer, der diesen Pass fährt jammert - daher "Coyotenpass". Es handelt sich hier um einen Anstieg von 1,5 km bei dem man noch mal 200 HM überwinden muss. Noch ein paar Kilometer und wir sind in Kaltern. Abends haben wir uns mit Sabine und Uwe getroffen, die zufällig in Kaltern am See im Urlaub waren. Hier noch mal den beiden Dank, dass Sie uns den steilen Aufstieg zum Hotel erspart haben!

 

Samstag 01.07.

Die letzte Etappe ging von Kaltern nach Riva de Garda über 121,4 Km und 2.616 HM. Als letzte Hürde musste noch der Mendelpass genommen werden. Die 15 Km Anstieg liefen super. Man spürte die Freude bei den meisten, bald alles geschafft zu haben. Nach einigen kleineren Pässen, ( Mallorca Niveau ) kamen wir glücklich in Riva an.

Geschafft!!!


Fazit :

Wir hatten eine erlebnisreiche Woche mit traumhaften Landschaften.
Ein drittes Kettenblatt ist in dieser Region keine Schande, ich persönlich muss sagen, dass 39 - 27 , wie ich es auf dem Rad hatte, sehr optimistisch war.
Gert war dagegen schlauer und hat sich vorher wenigstens eine Kompakt- Kurbel montiert.
Flachländer, wie wir es sind, haben gegen die Steuerkünstler aus dieser Region nicht den Hauch einer Chance bei den Abfahrten.
Hier möchte ich noch mal alle Flachländer und Triathleten aus dem Startblock D grüßen.
Auch wir waren toll!

Rainer