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09.09.2012
28. Nibelungen-Triathlon

Marathon Mallorca 2005

Ein Marathon auf Mallorca am 23. Oktober 2005 mit Wende am Ballermann 6

Die Flugzeit ist optimal. Kurz nach Mittag landen wir am Donnerstag auf der Insel. Die Temperatur von ca. 23 Grad lässt uns auf ein schönes langes Wochenende mit etwas sportlicher Betätigung hoffen.

Uns, das sind Nancy, Andreas und ich. Durch das spezielle Reisepaket müssen wir uns um nichts kümmern. Die Startunterlagen werden ins Hotel gebracht.

Die Marathonmesse ist etwas dürftig. Ein Stand mit Laufschuhen. Die anderen Stände sind Werbestände für landwirtschaftliche Produkte oder Regionen der Insel.

Also haben wir uns ins Auto geschwungen und sind ein wenig über die Insel gefahren.

Die Pasta-Party am Samstagabend ist eine einzige Katastrophe. Kalte Nudeln, eine wenig schmackhafte Soße und eine magere Getränkeauswahl. Hier kann der Veranstalter von anderen Marathonveranstaltungen noch einiges lernen. Aber es ist ja auch erst der zweite Marathon. Warten wir die nächsten ab.

Also sind wir zurück zum Hotel, wo wir uns noch ein paar Biere gönnen. Damit schläft es sich etwas leichter. Schließlich ist das Lokal der "Bierkönig" auf der anderen Seite der Strasse. Und die Musik wird erst ab 24 Uhr auf der Terrasse eingestellt. Vorher kann man nicht ins Bett gehen. An Schlaf ist dann noch nicht zu denken.

Vom Wecker werden wir am Sonntag um 7 Uhr brutal aus dem Schlaf gerissen. Ab zum Frühstück. Um 8 Uhr kommt der Bus, der uns zum Start bringt. Nach eine fast kleinen Stadtrundfahrt kommen wir um 8:20 Uhr am Ziel an.

Wir hatten noch eine knappe Stunde Zeit, um unsere Kleiderbeutel abzugeben, uns umzusehen und die fabelhafte Stimmung aufzunehmen. Vor den weißen Zelten mit der Startnummernausgabe und den Nachmeldungen herrscht Hochbetrieb. Die laute Musik wird immer wieder durch zweisprachige Durchsagen unterbrochen.

Nur keine Hektik aufkommen lassen. Es war ja erst 8.45 Uhr. Einige Teilnehmer laufen schon umher wie angepickte Eichhörnchen. Andere wässern die einzelnen Palmen, wieder andere laufen sich schon warm. Nach der Farbe der Startnummer auch Marathonis, aber das sind sicher die Spitzenleute.

Die Inselhauptstadt bietet eine perfekte Kulisse für die zweite Auflage des Inselmarathons. Sonne und Teilnehmer strahlen um die Wette.

Der Start und das Ziel des Marathons sind im Hafenbereich unterhalb der Kathedrale, dem Wahrzeichen der Stadt Palma. Fast 3.000 Starter und Starterinnen haben sich über die klassische Marathon-Distanz, dem Halbmarathon und dem "Fun Run" über 10 Kilometer auf den Weg gemacht.

Kurz darauf erfolgt um 9.30 Uhr der Startschuss

Wir laufen auf der breiten Hafenstrasse dem Passeo Maritimo, die heute für den Verkehr komplett gesperrt ist, Richtung Porto Pi, vorbei an vornehmen Hotels und dem Yachthafen. Am Porto Pi dann die Wende. Gegenüber dem Stadtturm ist die erste Getränkestelle.

Jetzt geht es zurück Richtung Start, diesmal direkt am Hafen entlang. Der Blick auf die vielen tausend Yachten, Schiffe und Boote ist faszinierend (Wie viel Schwarzgeld liegt hier wohl?). Fast wie ein Wald stehen Mast an Mast.

Nach 6 Kilometern kommen wir in die Nähe des Startbereiches. Man merkt es gleich, die Stimmung steigt. Rechts und links stehen die Menschen und feuern uns an. Bei keinem Stadtmarathon ist die Stimmung besser. Die Krachmacher, die am Samstag verteilt wurden, dominieren. "Venga, venga, und immer wieder dazu Kastagnetten."

Als es rechts zu einem kurzen Wendepunkt in die Mole geht, zeigt eine Tanzgruppe ihr Können und bekommt dafür auch von den Läufern viel Applaus. Jetzt haben wir wohl den schönsten Blick auf die Kathedrale, den man sich denken kann. Es ist atemberaubend. Wieder geht es zurück auf die 8-spurige Straße.

Bei KM 8,5 die Wende. Zurück Richtung Ziel und dann ab in die Altstadt (km 9).

Wir laufen durch eine breite Allee, sehen rechts und links die teuren Modegeschäfte. Es geht um viele Kurven und Winkel durch enge Altstadtgassen, manchmal gerade mal gut zwei Meter breit, rechts und links 3- bis 5-stöckige Häuser mit schmalen Balkonen. Menschen sind hier kaum auf der Straße. Manchmal schauen die Bewohner vom Balkon oder Fenster aus dem ungewohnten Treiben zu, klatschen und drehen die Radios auf. Wir glauben, hin und wieder machen sie einen Wettstreit, rechte Straßenseite gegen linke, wer ist lauter?

In den Gassen mit den Steinplatten ist es natürlich angenehm kühl. Es ist herrlich zu laufen. Die vielen Kurven kosten Zeit werden viele denken, aber wir wollen den Marathon genießen und die Altstadt so einmalig schön, dass sie zu einem Marathon in Palma de Mallorca unbedingt dazu gehört.

Wir laufen in eine breite Geschäftsstraße wo die Straßencafes gut besucht sind. Immer wieder begrüßen uns Fangruppen mit den Kastagnetten und mit viel Applaus. Dann wird es wieder ruhig. Die Straße wird enger und schließlich zur Fußgängerzone und wenig später geht sie in eine der vielen schmalen Altstadtgassen über.

Es ist unmöglich, die Namen der Gassen und Plätze und Kirchen aufzuzählen, die uns immer wieder begeistern und ablenken. Einige Kilometerschilder übersehen wir fast regelmäßig, aber die Getränkestellen, die alle 3 Kilometer eingerichtet sind, geben uns einen Anhaltspunkt. Die Zeit spielt für uns heute noch weniger eine Rolle als sonst. Immer wieder werden wir von vielen Zuschauern und Artisten - dieses Mal ist es ein Stelzenläufer - begrüßt.

Vor der Kathedrale sehen wir das imposante Hauptportal, rechts den Königs-Palast, und vor uns das Meer. Wir sind überwältigt. Jetzt möchte man stehen bleiben und genießen. Aber es sind erst 15 KM gelaufen.

Auch hier nehmen uns viele Fans und eine Musikgruppe in Empfang. Es geht um die Kathedrale herum, unten sehen wir den Platz, auf dem gestern die Pasta-Party (Katastrophe) stattfand, und gleich sind wir wieder in einer der ungezählten schmalen Gassen. Es geht rechts und links und wir haben bald die Orientierung verloren. Wenn wir jetzt keinen Läufer mehr vor uns haben, sind wir entweder erster, oder wir haben uns fürchterlich verlaufen. Wir tippen aber dann eher auf die zweite Möglichkeit.

Wir laufen weiter und hören Trommeln und lauten Jubel. Samba ist angesagt. Das will man auch den Halbmarathonläufern noch gönnen. Kurze Zeit später ist Streckenteilung, für die "Halben" geht es rechts ab. Hier wird Nancy sich Richtung Ziel verabschieden.

Die Marathonis laufen links, es geht Richtung Playa de Palma. Wir laufen direkt am Meer, das Läuferfeld hat sich jetzt deutlich gelichtet. Die Sonne setzt sich immer mehr durch, es ist sehr warm, ca. 27 Grad und Schatten gibt es nur noch selten. Für eine angenehme Kühle auf der Haut sorgt hin und wieder der Wind vom Meer.

Nachdem wir die Uferstraße verlassen haben, erreichen wir die Halbdistanz. Sehen ältere Gebäude, neue und moderne Appartementanlagen, einzelne Bauernhöfe und die für Mallorca typischen Windmühlen.

Links liegt der Flughafen. Alle paar Minuten steigt ein Flieger mit ohrenbetäubendem Lärm auf. Bei km 24 haben wir einen der seltenen Anstiege der Strecke, nicht steil aber spürbar in den Beinen.

Eine schmale Straße führt jetzt durch ein Wohngebiet, das offensichtlich mehr von Einheimischen bewohnt wird. Es ist jetzt Mittagszeit und entsprechend ruhig. Nur hin und wieder sind ein paar Leute an den Fenstern oder auf der Straße. Der Streckenabschnitt jetzt gehört nicht gerade zu Highlights. Links verläuft die Schnellstraße Richtung Flughafen, rechts ist eine Raffinerie

Dann kommen aber erste Cafés und Restaurants Die Gastronomiedichte nimmt deutlich zu und bald reihen sich Bars, Restaurants, Pensionen und Hotels dicht aneinander. Wir wollen es uns nicht vorstellen, wie hier in der Hochsaison die Post abgeht. Heute geht es sehr gemütlich zu, überall sind zwar Leute, aber nirgends Gedränge, Hektik oder Lärm.

Dann die ersten "deutschen Kneipen" "Bierstraße", "Deutsches Eck", "Kurpfalz. Der Geruch von gegrillter Bratwurst ist dominant.

Beim der Diskothek Riu-Palace (km 30) dann die Wende. Links oben sehen wir unser Hotel. Hier könnte man sich verleiten lassen aufzuhören. Aber wir laufen Richtung Strand Ballermann 6, wir kommen!

Wir sind mitten in der Hochburg der deutschen Touristen und im Reich des "Königs von Mallorca", der auch beim Marathon mitläuft. Zu dieser Jahreszeit ist es genial hier. Der Strand ist herrlich und die Schatten spendenden Strohschirme sind nur vereinzelt belegt. Das Wasser ist noch ca. 22 Grad warm, was wir übrigens auch schon mehrfach getestet haben.

Die jetzt folgenden 12 Kilometer zurück nach Palma kann man sich schöner nicht vorstellen. Die Kathedrale immer im Blick. Sie ist unser Ziel. Es geht immer direkt an der Küste entlang. Links der Strand und das Meer, rechts zunächst noch die Restaurants und viele Urlauber, die die Marathonis anfeuern und beklatschen.

Bei km 33 laufen wir ein ganzes Stück über Holzbohlen, die die jetzt schon schwerer werdenden Schritte angenehm abfedern. Dann sind wir wieder auf der Strandpromenade, die sich Läufer, Spaziergänger und Radfahrer teilen. Wird es etwas eng, kriegen wir aber immer respektvoll Vorrang. Wahrscheinlich halten uns die Spaziergänger sowieso für verrückt. Und Verrückten macht man besser Platz.

Bei Kilometer 37 laufen wir in ein Zelt mit maskierten Gestalten. Wollen die uns etwa als Teufel Angst und Schrecken einjagen? Sie wissen wohl nicht, dass Marathonis nach dieser Distanz nur eines fürchten: den Mann mit dem Hammer. Der scheint auch schon etliche getroffen zu haben. Dauernd überholen wir. Aber auch unsere Beine werden langsam schwer und wir beneiden die Gäste in den Cafes um ihre schattigen Sitzplätze.

Nur noch 3 Kilometer, die Kathedrale vor uns kommt immer näher. Noch einmal kommt eine Verpflegungsstelle

Wir kommen wieder zur breiten Hafenstrasse und auf den Streckenabschnitt, den wir heute schon einmal gelaufen sind. Rechts der Skulpturengarten, eine Palmenallee und immer der Prachtblick auf die Kathedrale.

Dann ist es geschafft. Der Sprecher redet ununterbrochen und will alle Finisher namentlich nennen. Viele Zuschauer sorgen auch nach Stunden noch für eine tolle Stimmung. Jeder Läufer bekommt seine Medaille.

Das Finisher T-Shirt haben wir schon gestern bekommen. Also aufgepasst, nicht jeder der das T-Shirt trägt hat den Lauf auch mitgemacht. Der Erdinger-Stand ist umlagert. Dort gibt es ein kühles alkoholfreies Bier. Aber auch Cola, verschiedene Gebäcksorten und Obst werden angeboten.

Die anschließende Ausgabe der Kleiderbeutel ist eine einzige Katastrophe. Alle Beutel hängen durcheinander. 3 Leute alleine bemühen sich meinen Beutel zu finden. Aber mit südländischer Gelassenheit bekommen wir alle unsere Sachen zurück.


Fazit:
Der 2. TUI Marathon" Palma de Mallorca ist bis auf einige Kleinigkeiten (Pasta-Party, Ausgabe Kleiderbeutel, Marathon-Messe) eine gelungene Sache!

Bis KM 30 wurden wir von einem Schwätzer begleitet, der über seine Leistungen sprach, wie viele IRONMAN er schon gemacht hat, dass er den jüngeren Laufkollegen immer noch Paroli bieten kann. Aber bei KM 30 musste er abreißen lassen und wir haben ihn nicht mehr gesehen. ;o)

Nancy die den Halbmarathon lief, Andreas und ich haben den Lauf sehr genossen, auch wenn wir Temperaturen von ca. 27 Grad hatten.

Der 3. Internationale TUI Marathon Palma de Mallorca wird am 22. Oktober 2006 stattfinden und wir beschließen, wenn es zeitlich passt, wieder daran teilzunehmen.

Uwe Radusch